In den letzten Jahren war ich hin und wieder zur "Apollo-Suche" an die Mosel gefahren. Leider war mir das Glück bis dato nie hold gewesen, aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben...
"Sind Apollos weiß mit roten Punkten?" fragte mich meine Frau, als wir Mitte Juli 2004 an der Mosel durch ein schmales feuchtes Wäldchen liefen.
Ich antwortete "Ja, warum?".
Sie: "Weil Johannes (unser dreijähriger Sohn) gerade fast auf einen drauf getreten ist und sich ziemlich erschreckt hat!".
Ich: "Wo???"
Sie: "Unten, direkt vor der kleinen Holzbrücke!".
Ich dann runter gelaufen - und in der Tat - mein erster Apollo!
Da saß ein prächtiges Exemplar scheinbar betäubt in einem Sonnenfleck auf dem feuchten Boden.
Kurz zuvor hatte es ein kräftiges Gewitter gegeben und vermutlich war er (genauer: sie) in das Wäldchen "abgestürzt".
Nachdem sie etwas Sonne getankt hatte, flog sie nach einigen Minuten in die Baumkronen und entschwand.
Als wir den Spaziergang beendet hatten, fanden sich dann an einer heißen felsigen Stelle einige weitere Apollos (leider hielten sie sich meistens hoch oben in den Felsen auf).
Eigenartig dieses Geräusch, wenn sie an einem vorbei fliegen. Wie raschelndes Papier oder Pergament.
Im Flug ähneln sie ein wenig Osterluzeifaltern, die ich schon in Italien und auch in Griechenland bewundern durfte. Aber größer sind die Apollos.
Wer die Möglichkeit hat, zur Mosel zu kommen, sollte sich einen Besuch des Apollos - und eine Verköstigung des Moselweins - nicht entgehen lassen!
Ein Jahr später sind wir leider schon zu spät. Obwohl wieder Mitte Juli, sind die meisten Pflanzen schon verblüht.
Kein Apollo.
Zwei Jahre später besuchen wir das kleine Naturschutzgebiet erneut. Diesmal mit Erfolg...
Außer vielen Apollos begegnen uns Scharen von Kaisermänteln, Kleine Eisvögel und sogar zwei Kleine Schillerfalter.
Auch dieses Jahr ist Mitte Juli leider kein Apollo mehr zu entdecken. Nächstes Jahr werden wir es einmal etwas früher versuchen.
Entweder war das Wetter schlecht, oder die Arbeit rief. Ich schaffte es einfach nicht hinzukommen, vielleicht im nächsten Jahr?
Nachdem ich Anfang Juni schon einmal im Dortebachtal war und weit und breit kein Apollo zu entdecken war, dann Mitte Juli ein erneuter Versuch - eigentlich etwas zu spät.
Aber ich hatte Glück, gleich nachdem ich das Gebiet betreten hatte, schwebte ein Apollo an mir vorbei. Aber was für ein Tag! So viele Schmetterlinge wie an diesem Tag habe ich lange nicht mehr gesehen. Außer dem Apollo fanden sich neben vielen anderen Schmetterlingen auch Segelfalter, Große Schillerfalter und Schwalbenschwänze im Naturschutzgebiet.
Ein Apollo fand sich Mittags leider tot auf dem Schotterweg liegend.
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